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Mein Blog

geposted am 20.07.2019

Der Kronenpunkt und der goldene Faden sind uns zu klein geworden….

Es war einmal, ein kleiner Punkt und ein goldener Faden, die sich eine zu große Aufgabe vorgenommen hatten. Sie wollten einen ganzen Menschen tragen und halten. Sie bemühten sich lange Zeit diese Aufgabe gut zu erfüllen und strengten sich auch wirklich an. Der Erfolg jedoch war mäßig und manchmal frustrierend. Bis eines Tages…”

So ähnlich würde ich diese Geschichte in einem Kinderbuch anfangen.

Kronenpunkt wird die Stelle am Schädel gennant, an der die imaginäre fortlaufende Luftlinie der senkrechten Wirbelsäule durch den Schädel hindurch, oben wieder heraus kommt.

Dieser Punkt, zusammen mit einem goldenen Faden, der an der Decke aufgehängt werden kann, hat mir und meinen Kursteilnehmern schon jahrelang sehr dabei geholfen, eine Ganzkörperaufrichtung zu unterstützen.

Nur fühlt sich dieser Referenzpunkt mittlerweile viel zu klein an. Ähnliches geschieht im Becken mit dem Beckenboden: wer den Beckenboden nur zum Schließmuskeln reduziert, wird keinen Erfolg haben. Die Schließmuskeln sind viel zu klein um so eine große Aufgabe zu übernehmen, nämlich die vom Tragen, Unterstützen und Stabilisieren.

Sehr inspiriert von der „oberen Sehrinde“ von Peter Grunwald, habe ich nun in den letzten Wochen ein schönes Bild für meinen Unterricht entwickelt, das schnell und nachhaltig in die Aufrichtung helfen kann.

Ich lade jeden ein, eine kleine Übung dafür zu machen:

  • Verwenden Sie erstmal eine Hand um sich selbst zu coachen. Finger aneinander, ganz entspannt und die Hand leicht gewölbt, so als ob Sie ein paar Erdnüsse zum Knabbern in der Hand bereit halten würden.
  • Positionieren Sie die Hand gaaaanz leicht am Hinterkopf, da wo noch die Rundung ist, an der Schädeldecke (siehe Abbildung). Genau diese Stelle soll sich ab jetzt nicht mehr zum Kopf hin „unter“drücken lassen, sondern das Gegenteil machen.
  • Um das Ganze zu vereinfachen, stellen Sie sich vor, unter Ihrer Hand ist eine wunderschöne Kippa. Farbe, Stoff und Muster überlasse ich Ihnen. Diese Kippa soll den Gehirn entlasten. Sie braucht nie mehr Druck nach vorne oder unten auszuüben oder sich darauf zu parken.
  • Also immer mehr zur Hand hin, in Richtung Decke, mit der Absicht, die Tiefe des Schädels wieder zu füllen und zu fühlen (Hinweis für die Kenner: als Vorübung, um diese Tiefe des Schädels wirklich zu spüren und um sie zu beleben, verwende ich die Übungen mit den Augenhöhlen).
  • Erlauben Sie dabei, dem Rest des Körpers mitzumachen. Bald werden Sei spüren wie das Zwerchfell und der Levator Ani, sich eingeladen füllen, mitzumachen.
  • Alle “Tragflächen” im Körper werden sich aufspannen und den Körper von innen tragen. Ein phänomenales Teamwork. Ein wunderschönes  Gefühl der Leichtigkeit. Auch jede Kopfbewegung fühlt sich stimmig und leicht, mit der Ausrichtung der Kippa nach oben.

„….. eine wunderschöne Kippa diese Aufgabe übernahm. Elegant, leicht und voller Dankbarkeit