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Mein Blog

geposted am 25.09.2019

Heute lasse ich meine Füße zu Wort kommen!

Es ist 7h30 morgens, es nieselt und wir sind gerade im Wald. Gemma zieht uns die Barfuß-Schuhe und die Socken aus, wie jeden Morgen. Heute sind die Jeans ein wenig hoch gekrempelt, damit sie nicht nass werden. Vor uns läuft Blanca, Gemmas Hündin mit stolzem Gang. Der leise Regen scheint keine von beiden zu stören.

Wir sind jetzt dran, das ist unsere Wildnis-Tageszeit. Wir atmen erstmal durch; es ist so schön den Boden zu spüren: heute ist er nass und angenehm kühl. Die perfekte Herbsttemperatur für uns. Wir gehen bergauf, über dicke und auch über ganz dünne Baumwurzeln. Wir werden dadurch schön massiert. Wir passen uns langsam und auf eine sehr elegante Art und Weise an die Unebenheiten des Bodens an: wir nutzen unsere sagenhafte Beweglichkeit aus. Endlich dürfen wir das! Wir spüren wie der ganze Körper über uns anfängt, sich intensiv mit uns zu vernetzen. Wir werden langsam zu einem echten Team.

Der Schritt wird langsamer, viel langsamer. Der Boden ist nun sehr anspruchsvoll. Unter uns ist der Boden voller winzig kleiner Steinchen. Auch wenn wir ganz unten sind spüren wie der ganze Körper sich immer leichter macht, um nicht zu hart auf diesen pieksigen Boden zu treten.

Über uns fangen die Gelenke an, zu balancieren, federleicht. Die Muskeln hören auf unnötige Kräften auszuüben. Jetzt geht es um Effektivität.

Die Haltung wird immer aufrechter und immer leichter. Die Schritte sehr bedacht und langsam. Die Atmung wird tiefer und bewusster. Das nennen wir im Hier-und-Jetzt zu sein!.

Blanca spürt das Ganze und ohne ein Kommando bekommen zu haben, verlangsamt auch sie automatisch ihren Schritt. Danke Blanca!

Oh herrlich, wir spüren nun Gras unter uns; richtig nasses Gras. Das Tempo erhöht sich, ja wir rennen sogar ein wenig. Gemma spielt mit Blanca mit ihrem Aportierbeutel. Beide scheinen es zu genießen. Für uns ist dieser Boden pure Verwöhnung.

Es geht weiter. Gemma entscheidet dann nach einer Weile, die Schuhe wieder anzuziehen. Weiter vorne…: „Guten morgen Herr Meier!“, „Guten morgen Frau Mari,“.

Wir sind zurück in der Zivilisation. Wir fühlen uns mollig warm. Gemma bedankt sich bei uns! Wir erröten. Wir wissen aber nicht ob es die gute Durchblutung oder doch ein wenig Schamgefühl ist. Egal wie, es war ein wunderschöner Geburtstag-Anfang!

Happy Birthday liebe Gemma.